Elfenbesuch

Ganz sanft ist ein kleines Elfchen neben dir gelandet
und hat dir einen Sonnenstrahl mitgebracht.
Doch du hast ihn nicht einmal bemerkt.

Große Augen schauen dich fragend an:
Magst du keine Sonnenstrahlen?

Es zaubert für dich einen Regenbogen hervor,
wunderschön in tausend Farben schillernd,
und hält ihn dir direkt vor die Nase.

Du siehst den Regenbogen, doch deine Augen bleiben leer –
Magst du keine Farben?

Ein schüchternes Lächeln huscht über das Elfengesichtchen,
aufgeregt kramt es in seinem Hemdchen, findet, was es gesucht
– lächelt –
und legt dir einen leuchtenden Stern in die Hände.

Aufmunternd schaut es zu dir auf, doch du stehst da, 
mit dem Stern in der Hand, und weißt nichts damit anzufangen.

Das Elfchen lässt die Flügelchen hängen und schaut dich verwundert an.

Was hat dich so traurig gemacht?
Klingt die klare melodische Stimme an dein Ohr.

Nun wirst du lebendig und erzählst dem Elfchen, dass es dir gut geht,
dass du glücklich bist – dass du niemanden brauchst!

Die kleine Elfe hängt dir den Regenbogen um die Schultern, 
steckt dir den Sonnenstrahl ins Haar, 
breitet ihre Flügelchen aus und spricht:

Wenn das Schweigen dir zuhört und die Stille spricht,
dann wird die Nacht, in der du weinst dir sagen,
wie wärmend ein Sonnenstrahl ist,
 und der Regenbogen wird durch deine Tränen schimmern
 und der kleine Stern wird nur für dich leuchten
dann werde ich dich wieder besuchen!

Es machte sich auf und davon,
doch die seidige Feder, die es verlor,
du hast sie aufgehoben und ihm nachgeblickt
- und in deinen Augen lag ein seltsamer Glanz...

 

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