Psalm 34 – Schmecket und sehet

Zusammenfassung

Psalm 34 ist ein Danklied eines Geretteten. David schaut zurück auf eine gefährliche Lage und bekennt: Ich suchte den Herrn, und er antwortete mir. Aus persönlicher Erfahrung wird eine Einladung an andere: „Schmecket und sehet, wie freundlich der Herr ist.“ Der Psalm spricht von Angst, Rettung, Gottesfurcht, rechter Rede und Gottes Nähe zu denen, die zerbrochenen Herzens sind.

Hintergrund und Bilder

Die Überschrift erinnert an Davids Flucht vor Saul und an seine gefährliche Begegnung mit Abimelech beziehungsweise Achisch. David war in einer Lage, in der er nicht stark wirkte, sondern bedroht, bedrängt und beinahe ausgeliefert. Gerade daraus entsteht kein Heldengesang auf eigene Klugheit, sondern ein Lob auf Gottes Rettung.

Der Psalm beginnt mit einem Entschluss: „Ich will den Herrn loben allezeit.“ Lob ist hier nicht oberflächliche Fröhlichkeit, sondern Antwort auf erfahrene Bewahrung. David hat Angst gekannt, aber er hat auch erlebt, dass Gott hört. Deshalb ruft er andere auf: Macht mit mir den Herrn groß.

Besonders schön ist das Bild vom Schmecken und Sehen. Glaube bleibt nicht bloß Gedanke oder Lehre. Er will erfahren werden. Wie man nicht nur über Brot spricht, sondern es kostet, so lädt der Psalm ein, Gottes Freundlichkeit im Vertrauen zu erproben. Ein weiteres Bild ist der Engel des Herrn, der sich um die lagert, die Gott fürchten. Es ist ein Bild geschützter Nähe mitten in Gefahr.

Der Gottes-Blick

Psalm 34 zeigt Gott als den, der hört, rettet und nahe ist. Wiederholt heißt es, dass der Herr auf die Gerechten sieht und ihr Schreien hört. Gottes Aufmerksamkeit gilt nicht nur den Starken und Lauten, sondern denen, die ihn suchen und zu ihm rufen.

Besonders tröstlich ist der Satz: „Der Herr ist nahe denen, die zerbrochenen Herzens sind.“ Gott entfernt sich nicht von Menschen, wenn sie innerlich nicht mehr heil sind. Er ist nicht nur der Gott der Gelungenen, Gefassten und Erfolgreichen. Er ist nahe, wo das Herz gebrochen, der Mut erschöpft und die Seele wund ist.

Christus-Hinweis

Psalm 34 bekommt im Licht des Neuen Testaments eine besondere Tiefe. Der Satz, dass keines seiner Gebeine zerbrochen wird, wird auf Jesus bezogen. Am Kreuz erscheint Christus als der Gerechte, der leidet und doch von Gott nicht verlassen bleibt. In ihm sehen Christen Gottes Nähe zu den Zerbrochenen am tiefsten.

Jesus ist zugleich der, in dem Gottes Freundlichkeit schmeckbar wird. Wer zu ihm kommt, begegnet nicht nur einer Lehre über Gott, sondern Gottes rettender Güte selbst.

Bezug zur heutigen Zeit

Psalm 34 spricht Menschen an, die aus einer schweren Zeit kommen oder noch mitten darin stehen. Viele kennen Angst: Angst vor Krankheit, Verlust, Einsamkeit, Versagen oder einer ungewissen Zukunft. Der Psalm sagt nicht, dass Gottes Menschen keine Angst haben. David sagt vielmehr: „Als ich den Herrn suchte, antwortete er mir und errettete mich aus aller meiner Furcht.“

Das ist eine hilfreiche Nuance. Gott nimmt Angst nicht immer sofort weg wie einen Schalter, den man umlegt. Aber er antwortet. Er wird zur Zuflucht. Er stellt Menschen wieder auf die Füße und gibt dem Herzen neuen Mut.

Zugleich wird der Psalm ganz praktisch. Wer das Leben liebt, soll seine Zunge vor Bösem bewahren, Frieden suchen und ihm nachjagen. Dankbarkeit vor Gott zeigt sich also nicht nur im Lied, sondern auch im Umgang mit Worten, Konflikten und anderen Menschen. Wer Gottes Freundlichkeit geschmeckt hat, soll selbst nicht bitter reden und nicht Unfrieden säen.

Fazit

Vers für den Tag: „Schmecket und sehet, wie freundlich der Herr ist. Wohl dem, der auf ihn traut.“

Dieser Vers ist eine Einladung. Glaube darf mehr sein als Erinnerung an frühere Erfahrungen anderer. Ich darf selbst kommen, bitten, vertrauen und Gottes Freundlichkeit erproben. Nicht alles wird sofort leicht. Aber wer auf Gott vertraut, entdeckt: Er hört, er bewahrt, er ist nahe.

Psalm 34 erinnert: Angst muss nicht das letzte Wort behalten. Zerbrochene Herzen sind Gott nicht zu zerbrechlich. Und ein Mensch, der Gottes Güte geschmeckt hat, kann anderen Mut machen, mit ihm den Herrn groß zu machen.

Gottes Freundlichkeit versteht man am tiefsten nicht aus der Ferne, sondern wenn man sie im Vertrauen kostet.

Studienfragen

  1. Aus welcher Erfahrung heraus lobt David Gott in Psalm 34?
  2. Was bedeutet die Einladung: „Schmecket und sehet“?
  3. Warum ist der Satz von Gottes Nähe zu zerbrochenen Herzen besonders tröstlich?
  4. Wie verbindet Psalm 34 Gotteslob mit praktischer Lebensführung?
  5. Wo kann ich heute Gottes Freundlichkeit neu suchen und erproben?