Zusammenfassung
Psalm 118 ist ein großer Dankpsalm. Er beginnt und endet mit dem Ruf: „Danket dem Herrn; denn er ist freundlich, und seine Güte währet ewiglich.“ Der Beter war in Bedrängnis, wurde von Feinden umringt und hart gestoßen, doch der Herr half ihm. Darum zieht er dankbar durch die Tore der Gerechtigkeit. Besonders bekannt sind die Worte vom verworfenen Stein, der zum Eckstein geworden ist, und vom Tag, den der Herr macht.
Hintergrund und Bilder
Psalm 118 gehört zum Hallel und wurde im Festlob Israels gesungen. Man kann sich gut eine Prozession zum Heiligtum vorstellen: Dank, Jubel, Bitte um Hilfe und der Einzug durch die Tore gehören zusammen. Der Psalm ist voller Bewegung: aus der Enge in die Weite, aus Gefahr in Rettung, aus Klage in Lob.
Ein zentrales Bild ist die Bedrängnis. Der Beter war von Feinden umgeben wie von Bienen, doch sie verlöschen wie ein Feuer in Dornen. Der Name des Herrn wird ihm zur Kraft. Nicht eigene Stärke rettet ihn, sondern Gottes Eingreifen.
Ein weiteres starkes Bild ist der Stein. Die Bauleute verwerfen ihn, halten ihn also für unbrauchbar. Doch gerade dieser Stein wird zum Eckstein, der dem Bau Halt gibt. Was Menschen ablehnen, kann Gott zum Fundament machen.
Der Gottes-Blick
Psalm 118 zeigt Gott als den Retter, dessen Güte bleibt. Menschen können bedrängen, stoßen, ablehnen und verwerfen. Doch Gottes Urteil ist stärker als menschliche Einschätzung. Er schafft Raum, wo alles eng geworden ist.
Gott verwandelt auch das Verachtete. Der verworfene Stein wird durch seine Hand zum Eckstein. Das ist eine tiefe Linie der Bibel: Gott erwählt nicht immer das Offensichtliche, Starke und Anerkannte. Er handelt oft dort, wo Menschen schon aufgegeben haben.
Christus-Hinweis und prophetischer Ausblick
Psalm 118 weist besonders deutlich auf Christus hin. Jesus selbst und die Apostel beziehen das Wort vom verworfenen Stein auf ihn. Er wurde von den Verantwortlichen verworfen, aber Gott hat ihn auferweckt und zum Eckstein seines neuen Baues gemacht.
Auch der Ruf „Gelobt sei, der da kommt im Namen des Herrn“ klingt beim Einzug Jesu in Jerusalem wieder. Und das „Hilf doch!“, hebräisch Hosanna, wird zum Ruf an den kommenden König. So verbindet der Psalm Rettung, Leiden, Verwerfung und Gottes wunderbare Erhöhung.
Bezug zur heutigen Zeit
Psalm 118 ist ein Psalm für Menschen, die Enge kennen. Manchmal wird das Leben eng durch Krankheit, Streit, Druck, Angst oder Ablehnung. Dann ist der Satz wichtig: „In der Angst rief ich den Herrn an; und der Herr erhörte mich und tröstete mich.“ Gott kann Weite schaffen, auch wenn die Umstände noch nicht sofort leicht werden.
Der Psalm hilft auch, menschliche Urteile nicht zum letzten Urteil zu machen. Wer übersehen, geringgeschätzt oder verworfen wurde, darf wissen: Gottes Blick geht tiefer. Er kann aus einem scheinbar unbrauchbaren Stein etwas Tragendes machen.
Zugleich ruft Psalm 118 zum Dank. Rettung soll nicht vergessen werden. Wer Hilfe erfahren hat, darf durch die Tore des Dankes gehen und bekennen: Der Herr ist meine Macht und mein Psalm und ist mein Heil.
Fazit
Vers für den Tag: „Der Stein, den die Bauleute verworfen haben, ist zum Eckstein geworden.“
Dieser Vers zeigt Gottes wunderbare Umkehrung. Was Menschen verwerfen, kann Gott erwählen. Was schwach erscheint, kann durch seine Hand tragend werden.
Psalm 118 erinnert: Gottes Güte bleibt, wenn Menschen schwanken. Er führt aus der Enge in die Weite, macht den Verworfenen zum Eckstein und schenkt einen Tag, über den sein Volk sich freuen darf.
Gott schreibt sein Heil oft gerade mit den Steinen, die Menschen beiseitelegen.
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