Claudia Rebecca Winkler: Ermutigung für Israel, mein Lebenslauf





Zeit-Zeugnis:
Ich war ca. 3 ½ Jahre alt, als im Frühjahr des Jahres 1945 in Gera (Thüringen) die Hilfssoldaten Adolf Hitlers von Haus zu Haus gingen, um Decken oder ähnliches für die an der Front frierenden Soldaten zu erbitten. Dabei erwähnte meine Mutter (eine geb. Rechenberg) unter anderem: "So weit darf Hitler aber nicht gehen, dass er die Juden umbringt!"
Die Folgezeit wurde für uns zu einem wahren Alptraum: wir erhielten einen Lebensmittelmarkenstopp, folglich hatten wir kaum noch etwas zu essen. Tägliches Spießrutenlaufen, wir waren geächtet. Schließlich brachte man meine Mutter in ein NAZI-KRANKENHAUS, wo man sie misshandelte, bis sie gelähmt war. Zuvor war sie eine anerkannte Primaballerina und Ballettmeisterin gewesen.
Ich wurde von den NAZI-FRAUEN von meiner Mutter weggeholt, die krank im Bett lag, und kam in ein schreckliches

NAZI-WAISENHAUS. Wegen meines Weinens und Rufens nach meiner Mutter wurde ich von der Heimleiterin angeschrien: "Es gibt keine Mutter mehr". Es war, als wenn ein Messer in mein Sein gestoßen wurde und ich bekam infolgedessen einen Schreikrampf. Daraufhin ordnete die Heimleiterin alle 15 Kinder (die alle 3-4 Jahre alt waren) an, sich im Kreis um mich zu stellen, um mich zu verspotten mit den Worten: "Die macht Theater!"solange, bis ich im Starrkrampf schreiend zu Boden ging und jegliches Bewusstsein verlor. Halb verhungert, schwer traumatisiert und taubstumm fand mich mein Vater 6 Wochen später am 8.Mai 1945 - direkt nach Kriegsende - zwei Tage vor meinem 4. Geburtstag in diesem Heim und rettete mich heraus. Er war gerade aus einem Kriegsgefangenenlager gekommen, auf 40 kg abgemagert.
Mein Vater hatte zuerst meine Mutter aus dem Nazi Krankenhaus herausgeholt, die leider - ihrer Identität beraubt - nicht mehr in der Lage war, sich um mich zu kümmern. Wir erkannten uns beide nicht mehr, denn irgendwann war ihre Mutterseele gestorben.
Mein Vater, später ein bekannter Dirigent und Musikprofessor, bemühte sich mit allen Kräften, seinem großartigen Humor und der Musik, unser Leben wieder zu normalisieren. Gott sei es gedankt, dass ihm das wenigstens bis zu einem gewissen Grade gelungen ist!
Ihm verdanke ich eine gute Ausbildung, zuerst ein Klavier-, dann Fotografikdesignstudium. Viele Jahre erteilte ich nebenbei Gitarren und Keyboard Unterricht. Ihm verdanke ich auch wunderbare Studienreisen u.a. nach Israel.
Ich sang in vielen Kirchen, auf Kongressen mit der ICEF hebräische Lieder, gab Konzerte und betete, dass Gott meinem Musizieren und Singen einen Sinn geben möge, der etwas mit Gottes Heilungszusage zu tun hat. Gott gab mir darauf eine direkte Antwort - Halleluja - durch eine besondere Segnung auf einem ICEJ Kongress in der Lutherstadt Wittenberg. Unter anderem erfolgte auch ein Singen mit dem ICEJ in Bergen Belsen am jüdischen Mahnmal.
So schloss sich der Kreis. Meine Mutter hatte seinerzeit mit ihrer Bemerkung eine Lanze für die Juden gebrochen und ich durfte und darf das nun mit meinen Liedern tun!
Dafür bin ich Gott, dem Herrn, und seinem Sohn Jesus sehr, sehr dankbar.
Heute lebe ich zurückgezogen in einem Fischerort an der Nordsee und meine ganze Freude ist es, von den genialen israelischen Komponisten zu lernen und selbst ähnlich zu komponieren. Und es ist ein Segen, diese Lieder weitergeben zu dürfen.

Segen, Schutz und Schalom wünscht Claudia Winkler "Rebecca"

Claudia Rebecca Winkler: Ermutigung für Israel, mein Lebenslauf