Der Tanz durch die Zeiten

Erneut übermannte mich der Wunsch zu tanzen.
Ich lasse die Tränen fließen
und finde mich im Totenreich wieder.
Und wiederum tanze ich mit dem Tod.
Doch diesmal ist es anders,
Wir tanzen durch die Zeiten,
Über die Opfer vieler Kriege und Seuchen.
Immer weiter tanzen wir zurück,
Bis das Jahr 1648 in England mich umgibt.
Ich löse mich aus den Armen des Todes
und wandle umher.
Ich weiß, wo ich bin und wen ich suche:
Dich!
Die Leichen liegen immer zusammen,
Seelenpartner neben Seelenpartner.
Dann sehe ich unsere Körper.
Ich knie neben mir nieder,
Der Schmerz vergangener Tage überkommt mich:
Ich streich durch dein schwarzes Haar und küsse deine kalten Lippen.
Alles ist wieder klar,
unser Glück und die Schlacht,
in der du fielst.
Noch immer bluten deine Wunden
und die meines Körpers.
Bei dir sind es die Wunden der Schlacht.
Bei mir die aufgeschnittenen Handgelenke.
Der Schmerz, dich verloren zu wissen, war groß.
Der Tod ruft mich, es ist Zeit zu gehen.
„Auf bald, MyLord!“

©1999Silvia




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