Elfenkind in den Brombeeren.


Eine kleine Elfe, Amaryllis war ihr Name, war von ihren Schwestern in den dunklen Wald losgeschickt worden um zu sehen, wie es wohl außerhalb ihres Elfenreiches in der Welt so zugehe. Lange  schon wurde im Elfenreich gemunkelt, dass es in einer dunklen Waldgegend uralte, kluge Bäume gäbe, die auf jede Frage eine Antwort wüssten. Eines Tages hatte es die kleine Amaryllis nicht mehr ausgehalten und war losmarschiert, um diese Bäume zu finden. Nach langer Wanderung fand sie tatsächlich den Wald. Das Treffen mit den weisen Bäumen war allerdings recht unglücklich verlaufen. Statt auf ihre wissbegierigen Fragen nach dem Grund der Dinge zu antworten, war sie von ihnen nur ausgelacht worden. Sie hatten so sehr gelacht, dass die kleine Elfe Angst um die Bäume bekommen hatte. Nur ein kleiner Zwerg, der beherzt mit seiner Pilzharke einschritt, hatte die Bäume wieder zur Raison  gebracht. Traurig schritt die kleine Elfe von dannen, denn schließlich war es gar nicht ihre Absicht gewesen, die Bäume dermaßen in Verlegenheit zu bringen. Als sie durch den dunklen Wald schritt, war sie so in tiefsinnige Gedanken versunken, dass sie nicht auf den Weg achtete und sich verirrte. Ach du Schreck, der ganze Wald sah überall gleich aus. Was nun? Kurz entschlossen erkletterte sie schließlich eine nahegelegene Buche. Und tatsächlich in luftiger Höhe sah sie wirklich in der Ferne den blauen Fluss schimmern, der die Grenze zum Elfenreich bildete. Vor lauter Freude, dass ihre Heimat schon so nah war, wurde sie leichtsinnig und schwup die wupp war sie vom Baum gefallen. Da hing sie nun mit schmerzendem Rücken auf halber Strecke zum Erdboden in einer  Brombeerhecke. Jetzt war guter Rat teuer. Hier würde sie wohl niemand finden. Allen Fluganstrengungen zum Trotz hing sie gnadenlos fest. Als sie  schon ziemlich verzweifelt war, hörte sie ein sehr vertrautes Lachen."Na, was machst denn du schon wieder", grinste der kleine Zwerg sie an. "Dich kann man ja auch keine zwei Schritte alleine  lassen in diesem Wald". Das war der kleinen Amaryllis mehr als peinlich, doch war sie ihrem Retter schließlich doch sehr dankbar, dass er sie aus dieser misslichen Lage befreite. Der Zwerg lachte und sprach: "Nimm diese kleine Flöte, und spiele eine lustige Weise, dann weiss ich, wann du wieder mal Hilfe brauchst.“ Sprachs und trollte von dannen.

Von Hellfalke

©Helga Eberhart 2001


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