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Nr. 11



The Resurrection of Lazarus / Die Auferstehung des Lazarus


Jean Baptiste Jouvenet ( French 1644 - 1717 ):
The Resurrection of Lazarus / Die Auferstehung des Lazarus

Text: English / Deutsch

Johannes 11, 1 - 45

Lazarus, der in Bethanien wohnte, war schwer erkrankt. In diesem Dorf wohnten auch seine Schwestern Maria und Martha.
(Maria war es gewesen, die mit kostbarem Salböl die Füße des Herrn übergossen und sie mit ihrem Haar getrocknet hatte. Weil ihr Bruder Lazarus so krank war,
ließen die beiden Schwestern Jesus die Nachricht zukommen: "Herr, dein Freund Lazarus ist schwer erkrankt!"
Als Jesus das hörte, sagte er: "Diese Krankheit führt nicht zum Tode, sondern durch sie soll die Macht Gottes sichtbar werden, und der Sohn Gottes wird dadurch verherrlicht."
Jesus hatte Martha, ihre Schwester Maria und Lazarus lieb.
Aber obwohl er nun wußte, daß Lazarus schwerkrank war, wartete er noch zwei Tage.
Erst danach sagte er zu seinen Jüngern: "Wir wollen wieder nach Judäa gehen."
Doch seine Jünger wandten ein: "Herr, vor kurzem haben deine Feinde in Judäa versucht, dich umzubringen. Und jetzt willst du wieder dorthin?"
Jesus antwortete: "Zwölf Stunden am Tag ist es hell. Wer sicher laufen will, muß diese Zeit nutzen; denn nur bei Tageslicht sieht er den Weg.
Wer nachts unterwegs ist, wird sich in der Dunkelheit verirren."
Nachdem er das seinen Jüngern gesagt hatte, meinte er: "Unser Freund Lazarus schläft jetzt, aber ich will hingehen und ihn aufwecken!"
"Wenn er schläft, wird er bald wieder gesund sein", erwiderten die Jünger.
Sie glaubten nämlich, Jesus hätte vom gewöhnlichen Schlaf gesprochen, aber er redete vom Tod des Lazarus.
Deshalb sagte er ihnen jetzt: "Lazarus ist tot!
Doch euretwegen bin ich froh, daß ich nicht bei ihm gewesen bin. Denn jetzt könnt ihr lernen, was Glauben heißt. Wir wollen jetzt gemeinsam zu ihm gehen!"
"Ja", sagte Thomas - den man auch den Zwilling nannte - zu den anderen Jüngern, "wir wollen mit Jesus nach Judäa gehen und dort mit ihm sterben."
Als sie in Bethanien ankamen, lag Lazarus schon vier Tage im Grab.
Bethanien ist nur wenige Kilometer von Jerusalem entfernt.
Deswegen waren viele Juden zu Maria und Martha gekommen, um die beiden Schwestern zu trösten.
Als Martha hörte, daß Jesus auf dem Wege zu ihnen war, lief sie ihm entgegen. Maria aber blieb zu Hause.
Traurig sagte Martha zu Jesus: "Herr, wärst du hier gewesen, würde mein Bruder noch leben.
Aber auch jetzt weiß ich, daß Gott dir alles geben wird, worum du ihn bittest"
"Dein Bruder wird wieder leben!" versicherte ihr Jesus.
"Ja, ich weiß", sagte Martha, "am letzten Tag, am Tag der Auferstehung."
Darauf erwiderte ihr Jesus: "Ich bin die Auferstehung, und ich bin das Leben Wer an mich glaubt, der wird leben, selbst wenn er stirbt.
Und wer lebt und an mich glaubt, wird niemals sterben. Glaubst du das?"
"Ja, Herr", antwortete ihm Martha. "Ich glaube, daß du Christus bist, der Sohn Gottes, auf den wir so lange gewartet haben."
Jetzt lief Martha zu ihrer Schwester Maria. Ohne daß die übrigen Trauergäste es merkten, flüsterte sie ihr zu: "Jesus ist da und will dich sprechen!"
Maria stand sofort auf und lief ihm entgegen.
Jesus hatte das Dorf noch nicht erreicht, sondern war dort geblieben, wo Martha ihn getroffen hatte.
Als Maria aufsprang und ganz eilig das Haus verließ, meinten die Juden, die Maria trösten wollten: "Sie will am Grab weinen" - und folgten ihr
Aber Maria lief zu Jesus. Sie fiel vor ihm nieder und rief: "Herr, wenn du dagewesen wärst, würde mein Bruder noch leben!"
Jesus sah, wie sie und die Trauergäste weinten. Da wurde er zornig, war aber zugleich tief bewegt.
"Wo habt ihr ihn hingelegt?" fragte er. ie antworteten: "Komm, Herr, wir zeigen es dir!"
Alle sahen, daß Jesus weinte.
"Seht", sagten die Juden, "er muß ihn sehr lieb gehabt haben!"
Doch einige flüsterten einander zu: "Einen Blinden hat er sehend gemacht. Hätte er nicht verhindern können, daß Lazarus starb?"
Da wurde Jesus erneut zornig. Er trat an das Grab. Es war eine Höhle, die man mit einem großen Stein verschlossen hatte.
"Hebt den Stein weg!" befahl Jesus. Aber Martha, die Schwester des Verstorbenen, sagte: "Herr, der Geruch wird unerträglich sein! Er ist doch schon vier Tage tot!"
"Habe ich dir nicht gesagt", entgegnete ihr Jesus, "du würdest die Macht der Herrlichkeit Gottes sehen, wenn du nur glaubtest?"
Nachdem sie den Stein weggeschoben hatten, sah Jesus zum Himmel auf und betete: "Vater, ich danke dir, daß du mein Gebet erhört hast!
Ich weiß, daß du mich immer erhörst, aber ich sage es wegen der vielen Menschen, die hier stehen. Sie sollen alles miterleben und glauben, daß du mich gesandt hast."
Dann rief er laut: "Lazarus, komm heraus!"
Und Lazarus kam heraus. Hände und Füße waren mit Grabtüchern umwickelt, und auch sein Gesicht war mit einem Tuch verhüllt. "Nehmt ihm die Tücher ab", forderte Jesus die Leute auf, "und laßt ihn gehen."
Viele von den Juden, die bei Maria gewesen waren, glaubten an Jesus, nachdem sie gesehen hatten, was er tat.
Aber einige liefen schnell zu den Pharisäern und berichteten ihnen alles.



John 11, 1 - 45

Now a man named Lazarus was sick. He was from Bethany, the village of Mary and her sister Martha.
This Mary, whose brother Lazarus now lay sick, was the same one who poured perfume on the Lord and wiped his feet with her hair.
So the sisters sent word to Jesus, "Lord, the one you love is sick."
When he heard this, Jesus said, "This sickness will not end in death. No, it is for God's glory so that God's Son may be glorified through it."
Jesus loved Martha and her sister and Lazarus.
Yet when he heard that Lazarus was sick, he stayed where he was two more days.
Then he said to his disciples, "Let us go back to Judea."
"But Rabbi," they said, "a short while ago the Jews tried to stone you, and yet you are going back there?"
Jesus answered, "Are there not twelve hours of daylight? A man who walks by day will not stumble, for he sees by this world's light.
It is when he walks by night that he stumbles, for he has no light."
After he had said this, he went on to tell them, "Our friend Lazarus has fallen asleep; but I am going there to wake him up."
His disciples replied, "Lord, if he sleeps, he will get better."
Jesus had been speaking of his death, but his disciples thought he meant natural sleep.
So then he told them plainly, "Lazarus is dead,
and for your sake I am glad I was not there, so that you may believe. But let us go to him."
Then Thomas (called Didymus) said to the rest of the disciples, "Let us also go, that we may die with him."
On his arrival, Jesus found that Lazarus had already been in the tomb for four days.
Bethany was less than two miles from Jerusalem,
and many Jews had come to Martha and Mary to comfort them in the loss of their brother.
When Martha heard that Jesus was coming, she went out to meet him, but Mary stayed at home.
"Lord," Martha said to Jesus, "if you had been here, my brother would not have died.
But I know that even now God will give you whatever you ask."
Jesus said to her, "Your brother will rise again."
Martha answered, "I know he will rise again in the resurrection at the last day."
Jesus said to her, "I am the resurrection and the life. He who believes in me will live, even though he dies;
and whoever lives and believes in me will never die. Do you believe this?"
"Yes, Lord," she told him, "I believe that you are the Christ,[2] the Son of God, who was to come into the world."
And after she had said this, she went back and called her sister Mary aside. "The Teacher is here," she said, "and is asking for you."
When Mary heard this, she got up quickly and went to him.
Now Jesus had not yet entered the village, but was still at the place where Martha had met him.
When the Jews who had been with Mary in the house, comforting her, noticed how quickly she got up and went out, they followed her, supposing she was going to the tomb to mourn there.
When Mary reached the place where Jesus was and saw him, she fell at his feet and said, "Lord, if you had been here, my brother would not have died."
When Jesus saw her weeping, and the Jews who had come along with her also weeping, he was deeply moved in spirit and troubled.
"Where have you laid him?" he asked. "Come and see, Lord," they replied.
Jesus wept.
Then the Jews said, "See how he loved him!"
But some of them said, "Could not he who opened the eyes of the blind man have kept this man from dying?"
Jesus, once more deeply moved, came to the tomb. It was a cave with a stone laid across the entrance.
"Take away the stone," he said. "But, Lord," said Martha, the sister of the dead man, "by this time there is a bad odor, for he has been there four days."
Then Jesus said, "Did I not tell you that if you believed, you would see the glory of God?"
So they took away the stone. Then Jesus looked up and said, "Father, I thank you that you have heard me.
I knew that you always hear me, but I said this for the benefit of the people standing here, that they may believe that you sent me."
When he had said this, Jesus called in a loud voice, "Lazarus, come out!"
The dead man came out, his hands and feet wrapped with strips of linen, and a cloth around his face. Jesus said to them, "Take off the grave clothes and let him go."
Therefore many of the Jews who had come to visit Mary, and had seen what Jesus did, put their faith in him.
But some of them went to the Pharisees and told them what Jesus had done.