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Lisa verliert Geld |
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Lisa
lag auf dem Sofa in ihrem Zimmer und dachte nach. Die
Religionslehrerin hatte heute im Unterricht behauptet, wenn man
anderen, die in Not sind, etwas abgibt, dann macht es einen
nicht ärmer, sondern reicher, dafür sorgt Gott schon.
Alle sollten morgen zwei Euro mitbringen, die sie dann nach
Afrika zu den armen Kindern schicken wollten. Und sie sollten
nicht die Eltern um Geld bitten, sondern etwas von ihrem eigenen
Geld nehmen. Aber das ist doch totaler Quatsch, überlegte
Lisa, denn wenn sie jetzt zwei Euro aus der Spardose nehmen
würde, wären zwei Euro weniger darin, dann wäre
sie ärmer und nicht reicher! Warum reden Lehrer manchmal so
einen Unsinn? „Was
darf es denn sein, meine Dame?“, fragte der junge
Verkäufer und beugte sich über den Ladentisch zu ihr
herüber.
Lisa
griff in ihre Manteltasche, aber da war nichts. Sie holte die
Handschuhe heraus und wühlte erst rechts, dann links, aber
da war wirklich nichts. Oh wie peinlich! „Ich komme gleich
wieder, muss Geld holen...“, stotterte sie hilflos und
lief aus dem Laden. Tränen
stiegen ihr in die Augen, sie lief noch ein wenig suchend auf
und ab, als eine ältere Frau, die hinter ihr die Straße
herabgekommen war, sie fragte, was sie denn suche. Da erzählte
ihr Lisa die ganze Geschichte. Vom Erzählen wurde ihr ein
wenig besser. „Da ist es ja gut, dass ich hinter dir
gegangen bin, meine Kleine“, sagte die Frau, griff in ihre
Handtasche, holte ihre Geldbörse heraus und öffnete
sie. |
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Eine Geschichte von ©P.Eitner |
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